Wasserbedarf beim Hund – abhängig von der Fütterungsform

Wasser ist der wichtigste Nährstoff überhaupt. Ohne Futter kann ein Hund mehrere Tage überleben – ohne Wasser nicht.

Wie viel ein Hund trinken sollte, hängt nicht nur vom Gewicht und Aktivitätslevel ab, sondern ganz entscheidend von der Fütterungsform.

 


 

Grundregel: Wie viel Wasser braucht ein Hund?

Als allgemeiner Richtwert gilt:

50–60 ml Wasser pro kg Körpergewicht pro Tag

Ein 20-kg-Hund benötigt also etwa:

1.000–1.200 ml Wasser täglich

Dieser Wert bezieht sich auf die Gesamtwasseraufnahme – also Trinkwasser + Wasser aus dem Futter.

 


 

Wasserbedarf bei BARF

BARF besteht zu einem großen Teil aus rohen, feuchten Bestandteilen.

Frisches Fleisch enthält etwa 70–75 % Wasser.
Gemüse ebenfalls einen hohen Feuchtigkeitsanteil.

Das bedeutet:

Ein Hund, der gebarft wird, nimmt bereits über das Futter einen Großteil seines Wasserbedarfs auf.

Viele BARF-Hunde trinken daher deutlich weniger zusätzlich.

Beispiel:
Frisst ein 20-kg-Hund 800 g BARF, können davon bereits rund 500–600 ml Wasser im Futter enthalten sein.

Zusätzlich trinken muss er dann oft nur noch 300–600 ml.

 


 

Wasserbedarf bei Nassfutter

Nassfutter enthält ebenfalls etwa 70–80 % Feuchtigkeit.

Ein Hund, der 800 g Nassfutter frisst, nimmt damit ungefähr 560–640 ml Wasser über das Futter auf.

Auch hier trinken viele Hunde weniger zusätzlich, da ein großer Teil des Bedarfs bereits gedeckt ist.

Nassfutter kann daher besonders sinnvoll sein bei:

  • Hunden mit geringem Trinkverhalten

  • Nieren- oder Harnwegsthemen

  • älteren Hunden

 


 

Wasserbedarf bei Trockenfutter

Trockenfutter enthält nur etwa 8–10 % Feuchtigkeit.

Das bedeutet:

Fast der gesamte Wasserbedarf muss über Trinken gedeckt werden.

Faustregel:

 2–3 ml Wasser pro 1 g Trockenfutter

100 g Trockenfutter → 200–300 ml Trinkwasser
200 g Trockenfutter → 400–600 ml Trinkwasser

Ein 20-kg-Hund mit 200 g Trockenfutter muss daher zusätzlich zur normalen Stoffwechselmenge ausreichend trinken, um insgesamt auf 1–1,2 Liter täglich zu kommen.

Trinkt er dauerhaft zu wenig, kann das langfristig:

  • die Nieren belasten

  • Harnsteine begünstigen

  • den Stoffwechsel beeinträchtigen

 


 

Faktoren, die den Wasserbedarf zusätzlich erhöhen

Unabhängig von der Fütterungsart steigt der Bedarf bei:

  • hoher Aktivität

  • warmen Temperaturen

  • Trächtigkeit oder Laktation

  • sehr eiweißreicher Ernährung

  • Durchfall oder Erbrechen

 


 

Woran erkennt man eine gute Hydration?

  • Feuchtes Zahnfleisch
  • Elastische Haut
  • Klare Augen
  • Hellgelber Urin
  • Normale Leistungsfähigkeit

Anzeichen für Flüssigkeitsmangel können sein:

  • trockene Schleimhäute

  • dunkler Urin

  • Mattigkeit

  • verminderte Hautelastizität


 

Fazit

Die Fütterungsform beeinflusst maßgeblich, wie viel ein Hund trinken muss:

BARF & Nassfutter → hoher Wasseranteil im Futter
Trockenfutter → Wasser muss fast vollständig getrunken werden

Entscheidend ist nicht, wie viel ein Hund trinkt –
sondern ob die Gesamtwasseraufnahme seinen Bedarf deckt.

Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist die Grundlage für:

  • gesunde Nieren

  • stabilen Stoffwechsel

  • funktionierende Entgiftung

  • Leistungsfähigkeit und Vitalität