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Trockenfutter für Hunde – Praktisch, konzentriert und vielseitig
Trockenfutter ist die am häufigsten gewählte Fütterungsform bei Hunden. Es ist lange haltbar, einfach zu lagern und gut zu portionieren. Doch wie bei jeder Ernährungsform gilt: Nicht die Darreichungsform entscheidet über Qualität – sondern Rohstoffe, Verarbeitung und Nährstoffbalance.

Was ist Trockenfutter?
Trockenfutter enthält in der Regel nur etwa 8–10 % Feuchtigkeit.
Der Rest besteht aus:
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tierischen Proteinen
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Fetten
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Kohlenhydraten
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Ballaststoffen
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Vitaminen und Mineralstoffen
Durch den geringen Wasseranteil ist es sehr nährstoffkonzentriert.
Ein 20-kg-Hund benötigt beispielsweise häufig nur 180–250 g Trockenfutter pro Tag, während bei Nassfutter oft 700–800 g erforderlich sind.
Vorteile von Trockenfutter
- Lange Haltbarkeit
- Einfache Portionierung
- Hohe Energiedichte
- Praktisch für Reisen und Training
- Weniger Verpackungsmüll als Nassfutter
Gerade für aktive Hunde oder Mehrhundehalter ist Trockenfutter oft eine alltagstaugliche Lösung.
Herstellungsverfahren – Ein entscheidender Qualitätsfaktor
Trockenfutter ist nicht gleich Trockenfutter. Es gibt zwei gängige Herstellungsverfahren:
Extrudiertes Trockenfutter
Bei der Extrusion werden die Zutaten:
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bei etwa 120 °C
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unter hohem Druck
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stark mechanisch verarbeitet
Die Kroketten „poppen“ dabei auf.
Vorteile:
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Stärke wird gut aufgeschlossen
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gute Verdaulichkeit
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hohe Energiedichte
Mögliche Nachteile:
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Hitzebelastung kann empfindliche Nährstoffe reduzieren
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stärkere Denaturierung von Proteinen
Extrudiertes Futter quillt im Magen auf und behält zunächst seine Struktur.
Kaltgepresstes Trockenfutter
Kaltgepresstes Futter wird bei deutlich niedrigeren Temperaturen hergestellt – meist zwischen 40 und maximal 80 °C.
Die Zutaten werden mechanisch gepresst, nicht aufgebläht.
Vorteile:
✔ Schonendere Verarbeitung
✔ Mehr natürliche Nährstoffe bleiben erhalten
✔ Weniger starke Denaturierung von Proteinen
✔ Zerfällt im Magen schneller
✔ Quillt nicht stark auf
Kaltgepresste Kroketten sind dichter und weniger porös. Im Magen zerfallen sie schneller, was bei sensiblen Hunden als angenehmer empfunden werden kann.
Verdauungsverhalten im Vergleich
Extrudiertes Futter:
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quillt im Magen
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bleibt länger formstabil
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sehr hohe Energiedichte
Kaltgepresstes Futter:
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zerfällt schneller
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vermischt sich rasch mit Magensäure
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gilt oft als magenfreundlicher
Die individuelle Verträglichkeit bleibt jedoch immer entscheidend.
Proteinqualität – wichtiger als die Krokette
Unabhängig vom Herstellungsverfahren sollte hochwertiges Trockenfutter:
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überwiegend tierisches Protein enthalten
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essenzielle Aminosäuren liefern
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ausgewogene Fettquellen besitzen
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einen moderaten Kohlenhydratanteil aufweisen
Tierisches Eiweiß ist zentral für:
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Muskelaufbau
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Immunsystem
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Zellstoffwechsel
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Hormonbildung
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Fell- und Hautgesundheit
Für welche Hunde eignet sich Trockenfutter?
- Sport- und Arbeitshunde
- Hunde mit höherem Energiebedarf
- Mehrhundehalter
- Halter mit wenig Lagerplatz
- Hunde mit stabilem Trinkverhalten
Wichtig ist eine ausreichende Wasseraufnahme, da Trockenfutter selbst kaum Flüssigkeit enthält.
Mögliche Nachteile
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Geringer Feuchtigkeitsanteil
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Große Qualitätsunterschiede
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Teilweise stärkere Verarbeitung
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Nicht jeder Hund verträgt jede Herstellungsart gleich gut
Fazit
Trockenfutter ist eine praktische und energieeffiziente Fütterungsform.
Die Qualität hängt jedoch nicht von der Krokette selbst ab, sondern von:
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Rohstoffqualität
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Proteinherkunft
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Mineralstoffbalance
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Verarbeitungsverfahren
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individueller Verträglichkeit
Extrudiert oder kaltgepresst – beide Varianten können hochwertig sein. Entscheidend ist, wie sorgfältig sie produziert und wie gut sie auf den jeweiligen Hund abgestimmt sind.
Eine gute Ernährung zeigt sich letztlich nicht an der Futterform, sondern an Vitalität, Fellglanz, Verdauung und Leistungsfähigkeit.
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